Wie finde ich den richtigen Salesforce Partner?

Was ist ein Salesforce Partner?

Wer sich mit Salesforce beschäftigt und wenig bis keine Vorkenntnisse hat, merkt schnell: Interne Prozesse in Salesforce abzubilden ist eine große Herausforderung. Es gibt viele Dinge, die man berücksichtigen muss. Welche Prozesse kann ich in Salesforce abbilden? Was ist die richtige Datenstruktur für meine Bedürfnisse? Wie binde ich bestehende Systeme an, die ich bereits nutze? Ergibt eine Anbindung überhaupt Sinn?

In diesem Irrgarten an Fragen und Entscheidungen kann man schnell die Orientierung verlieren. Im besten Fall dauert es dann sehr lange, bis man Salesforce produktiv einsetzen kann. Im schlechtesten Fall verläuft das Ganze im Sand. Salesforce wird nicht eingesetzt, weil die alten Prozesse irgendwie funktionieren (wenn auch mehr schlecht als recht) und Salesforce wird wieder gekündigt; und damit die vielen, vielen Vorteile und Arbeitserleichterungen, die damit einhergehen. In nahezu jedem Fall aber ist die Umsetzung nicht so, wie sie eigentlich erforderlich wäre.

Ein Salesforce Partner kann hier wertvolle Unterstützung bieten.

Salesforce Partner nehmen am Salesforce Partner Program teil und sind durch Salesforce intensiv zertifiziert. Das heißt, dass sie regelmäßig Schulungen durchführen müssen und bestimmte Zertifizierungstests bestanden haben müssen, um sich Salesforce Partner nennen zu dürfen. Dadurch wird ein Standard an fachlichr Qualität gewährleistet, was Beratung, Umsetzung und Programmierung betrifft.

Gehören Salesforce Partner zu Salesforce?

Nein, Salesforce Partner sind unabhängig von Salesforce und eigenständige Personen oder Unternehmen. Sie arbeiten allerdings eng mit Salesforce zusammen und befassen sich intensiv mit Produkten von Salesforce. Aber durch die Eigenständigkeit sind sie so unabhängig von Salesforce, dass sie auch andere Lösungen anbieten können, die von Salesforce unabhängig sind, wie beispielsweise SAP oder Hubspot.

Was macht ein Salesforce Partner?

Ein Salesforce Partner ist in jeder Projektphase der Ansprechpartner für Salesforce und auch darüber hinaus.

Er hält den Kontakt zu VertriebsmitarbeiterInnen von Salesforce und gemeinsam mit dem Kunden wird evaluiert, welche Produkte von Salesforce für den speziellen Anwendungsfall Sinn machen. Hierbei setzt sich der Salesforce Partner mit den Prozessen des Kunden auseinander. Zusammen werden diese nacheinander durchgegangen:

  • Welches sind die größten Zeitfresser im Unternehmen und wie kann man diese eliminieren?
  • Gibt es bei den Prozessen Gemeinsamkeiten oder auch große Unterschiede, die sich in der Datenstruktur widerspiegeln müssen?
  • Welche Datenstruktur wird generell benötigt? Kann auf den Standardprozessen von Salesforce aufgebaut werden, oder ist es zielführender, diese durch eigene Prozesse zu ergänzen oder gar ganz zu ersetzen?
  • Welche Nutzergruppen gibt es im Unternehmen und welche Zugriffsrechte auf die Daten wird diesen gewährt?
  • An welchen Stellen sind Automatisierungen der Prozessabläufe sinnvoll?
  • Und nicht zuletzt: Wie klappt das Onboarding am besten? Wie bekommt man die bestehenden Daten ins System und motiviert alle Mitarbeiter dazu, Salesforce einzusetzen?

Anschließend erstellt der Salesforce Partner ein ausführliches Konzept und setzt dieses, nach erfolgter Freigabe, um.

Doch auch danach ist der Salesforce Partner wichtig. Unternehmensprozesse ändern sich laufend und können verfeinert werden. Somit ist nach der ersten Umsetzung nicht Schluss, sondern obige Fragen werden weiter gestellt und neue Konzepte umgesetzt.

Wie erkenne ich einen guten Salesforce Partner?

Einen Salesforce Partner zu finden ist nicht schwer. Einen Salesforce Partner zu finden, der zum eigenen Unternehmen passt und bereit ist, sich tief in die Prozesse reinzudenken, ist dagegen schon etwas herausfordernder.

Am wichtigsten ist, dass der Salesforce Partner die Prozesse des Kunden versteht und auf diese eingeht. Es mag erstmal verlockend klingen, Salesforce „Out of the Box“ einzusetzen. Das spart bei der Implementierung Zeit und damit Geld. Allerdings werden so die Prozesse oft nur unzureichend abgebildet. Das Ergebnis ist Frust bei den Mitarbeitern und eine geringe Akzeptanz des Salesforce-Systems. Bei einem ersten Gespräch mit dem Salesforce Partner wird meist schnell deutlich, ob dieser den Prozess versteht. Erst wenn die Prozesse klar sind, kann darauf aufgebaut werden.

Ein guter Salesforce Partner ist an erster Stelle Problemlöser und erst an zweiter Stelle Vertriebler. Das bedeutet, dass er nicht versucht, seinen Gewinn (oder den von Salesforce) zu maximieren, sondern die für den Kunden beste Lösung zu suchen. Das bedeutet auch, dass man sich zuerst auf die größten Pain Points konzentriert, und erst in einem zweiten oder dritten Schritt den Rest des Prozesses in seiner Gänze umsetzt. Gleichzeitig hat ein guter Salesforce Partner aber auch immer den Gesamtprozess im Blick, damit die Datenstruktur von Anfang an auf diese abgestimmt ist.

Der Salesforce Partner sollte nicht nur mit dem Kunden, sondern auch mit Salesforce in ständigem Austausch stehen. Viele Themen lassen sich in dieser Dreierkonstellation am Besten besprechen und ein guter Draht des Salesforce Partners mit Salesforce ist dabei von großem Vorteil.

Außerdem sollten sowohl das Fertigstellungsdatum sowie die Kosten transparent kommuniziert werden.

Zu guter Letzt ist natürlich die persönliche Beziehung ein nicht zu unterschätzender Faktor. Im Unternehmen sollte es einen HauptansprechpartnerIn bzw. ProjektmanagerIn geben, der oder die die Kommunikation mit dem Salesforce Partner übernimmt. Die Chemie zwischen diesen Beiden sollte in jedem Fall stimmen.

Was kostet ein Salesforce Partner?

Diese Frage ist, wie bei nahezu allen Dienstleistungen, schwer zu beurteilen. Die Preisspanne reicht von Billiganbietern zum Premium-Preissegment. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man sich vor der Wahl eines Salesforce Partner darüber im Klaren ist, welche Kosten auf einen zukommen, und welches Ergebnis damit erzielt wird.

Deshalb sollte darauf geachtet werden, dass das Angebot nicht nur die Kosten enthält, sondern auch, was diese Kosten beinhalten. Ein vollständiges Konzept, mit Preisen für die einzelnen Umsetzungsschritte und weiterer Dokumente, die den finalen Prozess genauer erläutern (wie zum Beispiel ein detailliertes Prozessdiagramm) sind dafür hilfreich.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, was für zusätzliche Kosten entstehen können. Setzt der Salesforce Partner beispielsweise auf Lösungen aus dem AppExchange, dem Salesforce-eigenen Portal für Erweiterungen, können für diese weitere Kosten entstehen, die nicht im Angebot eingepreist sind.

Wie finde ich einen Salesforce Partner?

Bei einer Anfrage bei Salesforce werden dem Kunden eine Auswahl an Salesforce Partnern vorgeschlagen, mit denen der Kunde Kontakt aufnehmen kann. Diese sind meistens in der näheren Umgebung des Kunden angesiedelt. Unsere Erfahrung ist allerdings, dass es egal ist, ob der Salesforce Partner in München, Berlin, Stuttgart oder sonstwo sitzt.

Einige wenige persönliche Treffen reichen in der Regel aus, um sich kennenzulernen und die Prozesse zu verstehen. Die meisten Fragen lassen sich wunderbar per Videocall oder Telefon lösen, oder auch per E-Mail. Deshalb lohnt es sich auch, selbst auf die Suche nach einem Salesforce Partner zu gehen.Persönliche Kontakte sind hier Gold wert. Wenn Sie jemand kennen, der Salesforce bereits einsetzt und zufrieden mit seinem Salesforce Partner ist, sollte dieser der erste Anlaufpunkt sein.

Daneben gibt es auch noch den AppExchange, in dem alle Salesforce Partner gelistet sind. Hier können Unternehmen auch Bewertungen abgeben, die ein gutes Bild über die Fähigkeiten des Partners vermitteln.

Der Autor

Daniel Ebel

Consulting Developer

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Als Mitarbeiter der ersten Stunde kennt Daniel die Prozesse unserer Kunden wie seine Westentasche und freut sich, vermeintlich komplexe Tätigkeiten zu vereinfachen. Studiert hat der gebürtige Pfälzer Diplom-Anglistik (mit wirtschaftswissenschaftlicher Qualifikation) in Mannheim, bevor es ihn nach München verschlug. Somit ist er ein klassischer Quereinsteiger, weswegen er sich nicht nur super mit Softwareentwicklung und Businessprozessen auskennt, sondern auch mit allem, was die Geisteswissenschaft so zu bieten hat. In seiner Freizeit unternimmt Daniel am liebsten etwas mit der Freundin und seinen zwei Söhnen, Emil und Jona, oder engagiert sich im Verein.